Lichterketten gegen Eliteversagen

In Hamburg wird eine zu einer Hilfsaktion gerufene Polizeistreife erst von einem, dann von einer ganzen Gruppe von Menschen angegriffen. Herbeigerufene polizeiliche Verstärkung läßt eine Straßenschlacht entstehen. Mit dabei einige polizeibekannte Kriminelle, viele mit Migrationshintergrund, wie es politisch korrekt heute heißt. Ob die erste Gewalt seitens der Streife oder seitens der Bewohner des Stadtteils ausgeht, wird noch zu klären sein. Genaues ist bisher nicht bekannt.

Allen Ortes wird der Verfall der staatlichen Autoritäten beklagt. Eskalierende Demonstrat- ionen durch Gruppen des politischen Randspektrums, Straßenschlachten zwischen rivali- sierenden Jugendbanden, Angriffe auf Polizisten und Feuerwehrleute bei Gefahrenabwehr, Entstehung von sogenannten Polizeifreien Zonen in Großstädten, mangelnde Akzeptanz von Lehrern in Schulen, Mitarbeitern in den Behörden etc. pp.

Die Abkehr vom Kadavergehorsam in staatlichen Institutionen ist mit einem fortschreitenden Egoismus des Staatsvolkes einhergegangen, die sich zu dem jetzt zu beklagenden Zustand addiert haben. Es fehlt an einem gemeinsamen Ziel, wegen dessen sich das Volk der Deutschen in einem Staat zusammengefunden hat, dessen Bestand sich zu wahren und zu beschützen lohnt. Die Werte der Aufklärung, die Menschenwürde, die Freiheit jeden Einzelnen, die Bereitschaft, sie auch dem Nachbarn zuzugestehen, die Abwesenheit von Diktatur, all diese Dinge sind nicht mehr Bestandteil des Bewußtseins des Staatsvolkes. Ob sie es bei Menschen werden können , die zu uns kommen, um hier zu leben und zu arbeiten, beantwortet sich daher von selbst.

Der Hamburger Innensenator fragt allen Ernsts nach Lichterketten für einen in der geschilderten Auseinandersetzung schwer verletzten Polizisten. In völliger Verkennung der Tatsache, daß er einer Kaste angehört, die zwar nicht allein, aber doch zu großen Teilen für diesen mittlerweile nicht mehr schleichenden Prozeß der Autoritätsunterhöhlung verantwortlich zeichnet und deren Versagen auch mit Lichterketten, so hell sie auch leuchten mögen, nicht kompensiert werden kann.

Ohne im Einzelnen auf bestimmte Ereignisse der Geschichte der Bundesrepublik einzugehen richtet sich der Appell an die Menschen, die in unserem Land Maßstäbe zu setzen willens und in der Lage sind, Vorbilder zu sein im Sinne der genannten Aspekte, aus denen wieder ein Ziel werden muß. Es ist heute nicht opportun, preußische Grundsätze zu postulieren, gleichwohl möchte ich es hier tun. „Ich bin der erste Diener meines Staates“ wird der König von Preußen Friedrich II. zitiert. Ein Grundsatz, der unserer heutigen Gesellschaft und seinen Vorderen an den Spiegel gesteckt sei. Es ist der Schlechteste nicht.

Solange jedoch Politik nicht aus sachlicher Überzeugung sondern aus persönlichem Kalkül gemacht wird, solange Verantwortlichkeiten immer nur gegenüber Einzelinteressen und nicht gegenüber dem Gesamten gesehen werden, solange wird diese Erosion der staatlichen Autoritäten fortschreiten. Und solange fehlt den gewählten und selbsternannten Anführeren jegliche moralische Legitimation, dieses Verhalten beim Staatsvolk zu bemängeln, einzufordern oder das Fehlen zu sanktionieren.

Der Blick in die Geschichtsbücher zeigt uns, wie dieser Weg enden wird. In der der einen oder anderen Facette möglicherweise unterschiedlich, ab im Ergebnis gleich. Möglicherweise auch benötigt der Mensch noch einige Evolutionsepochen, bis sich wirklich etwas zum Guten wendet. Hoffen kann man nur, daß dafür genug Zeit bleibt. Denn ein weiterer Blick, nunmehr in die Biologiebücher, zeigt, was passiert, wenn auch diese knapp wird.

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Ein Kommentar zu Lichterketten gegen Eliteversagen

  1. myspaceopfer sagt:

    na, das sage ich ja schon lange. “uns” fehlt es zwar nicht an gemeinsamen werten, denn diese sind klar: mehrung des reichtums und den anderen immer wieder übertrumpfen. egal mit welchen mitteln. Es fehlt uns an konstruktiven zielen. und das in einer zeit die genügend ziele bietet. wo sind die jugendlichen die etwas verändern wollen? die gibt es nicht. selbst die tollen demos mit ihrer ausschweifenden gewalt sind kein inditz für eine streitbare jugend die hingeht und sagt “wir wollen etwas verändern” sondern eher das motiv “wir wollen etwas zerstören und spaß dabei haben.”

    so sehr ich mich dagegen wehre es zu sagen: abgesehen von einigen linken gibt es nur noch die rechten die für ihre überzeugung einstehen. das ist das einzige was man denen anrechnen kann.

    klimakatastrophe, weltwirtschaftsflaute, kriege, terrorismus etc. alles dinge gegen die man auf die straßen gehen kann. alles motive die es einen ermöglichen stellung zu beziehen. und was machen die menschen in meinem alter? ach ist mir egal.

    das einzige ist dann doch wohl schon eher die wirtschaftskrise die die menschen tangiert. weil es den wohlstand bedroht. aber auch da bleiben die meisten erschreckend passiv. am stammtisch wird gemosert. aber das wars dann auch schon.

    die mentalität der menschen kotzt mich im moment einfach nur an.

    passend dazu folgendes produkt, welches ein bekannter von mir produziert hat. in 40 minuten um der spaßgesellschaft einen kleinen spiegel vorzuhalten…

    http://www.youtube.com/watch?v=KjUQsitItuY SaveFrom.net

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