Wer wirft denn hier mit Lehm, der sollte sich was schäm…

In einem Themenartikel des Hamburger Abendblattes vom 18.10.2010 über Polizisten, denen es zuwider ist, Demonstranten, mit deren Zielen sie einer Meinung sind, verprügeln zu müssen, wurde ein namentlich unerkannt bleiben wollender Hundertschaftpolizist aus Norddeutschland mit folgenden Sätzen zitiert :

– Ich weiß, dass wir bei brisanten Großdemos verdeckt agierende Beamte, die als taktische Provokateure, als vermummte Steinewerfer fungieren, unter die Demonstranten schleusen. Sie werfen auf Befehl Steine oder Flaschen in Richtung der Polizei, damit die dann mit der Räumung beginnen kann.

– Ich erkenne mit mehr als nur Magengrummeln, dass der Staat, dem ich diene und der mich damit beauftragt, Recht und Gesetz durchzusetzen, selbst in seinen inneren Strukturen immer weniger freiheitlich und demokratisch ist.

Ein anderer Polizist, der namentlich genannt ist, trifft folgende Aussagen:

– In der sonst so ruhigen Hauptstadt der Schwaben wurde ein Exempel statuiert, Macht demonstriert, ganz sicher auch schon mit Blick auf den nächsten Castor-Transport. Stuttgart ist wohl nur Teil eines großen Puzzles. Die Politik vergackeiert uns zunehmend, und, was noch schlimmer ist, sie ignoriert den Willen der Bevölkerung.

– Wenn man scharfe Kampfhunde, ich meine die Polizei-Spezialeinheiten, mit zu einer Demonstration nimmt und sie dann auch noch ohne ersichtlichen Grund von der Leine und räumen lässt, dann beißen sie ohne Erbarmen zu. Dafür wurden sie gedrillt und ausgebildet. Das wussten die, die für den Einsatz verantwortlich waren, ganz genau. Sie mussten das Okay von oben haben. Von ganz oben. Mindestens vom Innenministerium.

Wenn man es nicht schon vorher geahnt hätte, wäre man vielleicht überrascht.

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