Geschichte wiederholt sich

1944 stand die Rote Armee vor Warschau und schaute zu, wie die SS und die Wehrmacht während des Warschauer Aufstandes die verbliebenen Reste der polnischen Armia Krajowa und die Zivilbevölkerung von Warschau ermordeten.
Das war durchaus im Interesse Stalins, verblutete doch so das Potential möglichen Widerstands gegen seine Pläne für ein Nachkriegspolen.

70 Jahre später steht die türkische Armee vor Kobane und schaut zu, wie der IS während der Abwehrschlacht der Kurden die verbliebenen Reste der kurdischen Freiheitskämpfer und die Zivilbevölkerung ermordet.
Das ist durchaus im Interesse Erdogans, verblutet doch so das Potential möglichen Widerstandes gegen seine Pläne einer türkischen Lokalmacht nach der Neuordnung der Region.

Wäre 1951 jemand auf die Idee gekommen, Stalins Sowjetunion in die Montanunion oder 1957 Chruschtschows SU in die EWG aufzunehmen?
Wie kommt man auf die Idee, Erdogans Türkei zum EU-Mitglied machen zu wollen?

Dazu sei noch bemerkt, daß der überwiegende Teil der Russen, hätte es 1951 freie Wahlen in der Sowjetunion gegeben, bestimmt nicht die KPdSU gewählt hätte. In der Türkei jedoch wählen die Bürger aus freien Stücken mit absoluter Mehrheit AKP.

Bleibt abschließend noch die Frage, warum sowohl EU als auch Nato bei Putins zweifellos völkerrechtswidrigem Vorgehen in der Ukraine derart mit den Säbeln rasseln, während die Kritik an Erdogan leise bis fast gar nicht zu vernehmen ist. Die mögliche Antwort darauf mag ich mir gar nicht vorstellen. Nur soviel: Die relative Untätigkeit der Westalliierten sowohl 1944 als auch 2014 ist bemerkenswert.

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