Alles, was recht(s) ist


Artikel 5 Grundgesetz

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

In Dresden gehen 17.500 Menschen auf die Straße, die eine diffuse Angst vor etwas haben, daß sie nicht wirklich beschreiben können und die sich deshalb als Ziel ihres Unmutes einen Umstand aussuchen, den ihnen eine kalkuliert agierende Truppe rechter Propagandisten angeboten hat und dessen Auswüchse seit mehreren Monaten die Nachrichten mit immer neuen Greueltaten beherrschen.

Die deutsche Entrüstungsindustrie macht leider das, was sie immer macht, sie spult ihr Standardprogramm ab und versucht, alle in der rechten Schublade zu verstauen. Schon seit 2001 sollte aber klar sein, daß diese stereotype Reaktion scheitern muß. Die Versuche, die Schill-Partei oder in den 80ern die Republikaner, in der rechten Ecke unterzubringen, wurde von den Wählern bei der Bürgerschaftswahl 2001 mit 19,4% der abgegebenen Stimmen für Schill beantwortet.
Auch die Schönhubertruppe stieß seinerzeit auf recht deutliche Wählerakzeptanz.

Man mag es drehen und wenden und auf den Kopf stellen, um einen Dialog mit den Menschen, die sich den Demonstrationen anschließen, wird niemand herumkommen, der ernsthaft Politik betreiben will. Einseitige Stigmatisierungen mögen zwar medienwirksam sein und den Applaus der eigenen Klientel einbringen, das Problem, daß sich Menschen in Deutschland Gedanken um ihre ganz persönliche Zukunft machen und dabei leider die falschen Sündenböcke ins Visier nehmen, wird man damit nicht beheben. Man kann Meinungen nicht unterdrücken, indem man sie negiert oder gar als Verbrechen bezeichnet. Man kann nur dagegen argumentieren und mit der Kraft der Argumente überzeugen, nicht mit der reinen Kraft des Wortgeklingels. Voraussetzung dafür ist jedoch, daß man die Motive des Gegenübers als solche anerkennt und sich seine Argumente zunächst anhört. Daran scheitert es jedoch, wie so oft, auch dieses mal. Leider wähnen sich wieder einmal zu viele im Besitz der alleinigen Wahrheit.

Wir hatten das alles schon einmal. Und auch damals hat das verbale und nonverbale aufeinander einschlagen nichts eingebracht. Zumindest nichts Gutes.

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Ein Kommentar zu Alles, was recht(s) ist

  1. Peter Kubbeit sagt:

    Lieber Andreas,
    ich glaube, unsere verantwortlichen Politiker wollen oder können die wahren Beweggründe der demonstrierenden Bürger nicht erkennen.
    Sie demonstrieren, in der Mehrzahl wenigstens, nicht gegen die Flüchtlinge, welche in ihrer Heimat ums Leben fürchten müssen, sondern
    um die Art und Weise, wie mit diesen dann bei uns umgegangen wird.
    Sie werden regiestriert irgendwie aufbewahrt, lange im Ungewissen gelassen und je nach Bedarf politisch benutzt um von der
    Verantwortungslosigkeit, die von Oben nach Unten durchgereicht wird, abzulenken.
    Schuldige fürs Volk wurden immer schon mit Hilfe der Medien aufgebaut und eben dem Volk zum Frass vorgeworfen. Es passt gerade gut
    in die Zeit. Die Wirtschaft stagniert weltweit. Alle Staaten haben sich „kapitalmäßig, egal aus welchen Gründen“ stark überhoben,
    und die „schlimmen Flüchtlinge“, welche aus Angst um ihr und das Leben ihrer Familien geflüchtet sind, müssen dafür herhalten.
    Es grüßt dein Peter

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