Nolympia in Hamburg

Wenn ich heute in der Tagespresse lese, daß die größten Pusher der Olympiabewerbung sich als schlechte Verlierer gerieren und von „blamieren“, „enttäuscht von meiner Stadt“ und von „Angstmacher haben gewonnen“ reden, dann weiß ich, daß ich alles richtig gemacht habe.

Es ist jetzt nur noch eine Frage von Tagen, bis erneut der Volksentscheid in Frage gestellt wird. Wie immer, wenn „das Volk“ einfach anders abstimmt, als deren gewählte Vertreter. Solange aber die von Brecht angeregte Abwahl des Volkes durch die Regierung keinen Verfassungsrang hat, sollte den gewählten Volksvertretern der Ausgang der bisherigen hamburgweiten Referenden zu Denken geben. Einmal, als sie noch nicht dazu verpflichtet waren, haben sie sich nicht an das Votum des Volkes gehalten. Wie schief das ging und wie teuer das den Steuerzahler kam, ohne das der daraus einen Nutzen hatte, ist bekannt.

Wohlan. Gehen Sie die Probleme an Herr Bürgermeister. Geld ist offenbar vorhanden, geben Sie es aus für Dinge, die den Bürgern unmittelbar zugute kommen. Die vielen kleinen Sozialprojekte der Stadt, die ums Überleben kämpfen, werden es ihnen danken.

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Ein Kommentar zu Nolympia in Hamburg

  1. Jens O. sagt:

    Genau,

    wenn das Volk den Rattenfängern aus Politik und Finanz nicht folgt, dann ist es in deren Augen störrisch, unaufgeklärt und verzagt. Wer Olympia nicht in Hamburg, München, Berchtesgarden usw. haben will, muss grundsätzlich gegen den Sport sein, der ja so unbestechlich, fair und voll hehren Geistes ist.

    Wenn ich mir als ein Beispiel ansehe, welche Schwierigkeiten der HVV jetzt schon hat, einen pünktlichen ÖPNV zu bieten und wie weit er noch davon entfernt ist, behindertenfreundlich, geschweige denn -tauglich zu sein (Paralympics hätten auch in HH stattgefunden), hätte allein das zur Blamage geführt, denn die Missstände wären in 9 Jahren nicht annähernd behoben worden. Aber die Rattenfänger nutzen ja nicht den ÖPNV…

    Soziale Projekte, die viel Gutes leisten und ständig vor dem Ableben dank nicht vorhandener Finanzierung stehen, könnten in der Tat von den nun freien Beträgen profitieren. Ebenso könnte man einen weiteren Teil des geplanten Budgets in den sozialen Wohnungsbau leiten, damit die Geringverdiener endlich bezahlbare Wohnungen bekommen.

    Jetzt wäre die Gelegenheit, zu zeigen, dass Hamburg eine menschenfreundliche Stadt ist und nicht nur eine sportlerfreundliche.

    Gruß

    Jens O.

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