Sie lernen es einfach nicht!

Die SPD paukt CETA durch ihre Gremien. Wo ist der vermutete Widerstand? Geopfert auf dem Altar der Kanzlerkandidatur des Vorsitzenden. Offenbar zählt die Chance, die vermeintliche Schwäche der Amtsinhaberin und ihrer Partei auszunutzen, um ein paar Prozentpunkte hinzuzugewinnen, mehr, als die Sachfragen, um die es doch bei so einem weitreichenden Abkommen und den damit verbundenen Risiken gehen sollte.
Dazu die Absetzbewegungen hinsichtlich der Zuwanderungsproblematik, bei der die Sozialdemokraten so tun, als hätten sie mit der Wir-schaffen-das-Situation nicht das Geringste zu tun. Dieses Vorgehen kann man mit Fug und Recht nur noch als schäbig und abstoßend bezeichnen.

In der Union beginnt das Schaulaufen der Subalternen um die Nachfolge des Parteivorsitzes und der damit verbundenen Kanzlerkandidatur, als ob es angesichts der momentanen Situation nicht wichtigere Probleme gäbe, die gelöst sein wollen.

Und nun noch ein Erbschaftssteuer-Kompromiss, der zum Einen dazu führt, daß, wie es der Vorsitzende der Linkspartei zwar polemisch aber durchaus treffend formulierte, die Reichen gepudert werden zu Lasten der Steuereinnahmen des Staates, aus denen viele Infrastrukturmaßnahmen nicht finanziert werden können, weil es an Geld fehlt und der zum Anderen vermutlich wieder vor den Schranken des Gerichtes in Karlsruhe enden wird. Auch hier treffen die Vokabeln „schäbig“ und „abstoßend“ zu.

Die AfD rekrutiert ihre Wählerschaft zu einem großen Teil aus dem Reservoir der Nichtwähler. Vergegenwärtigt man sich die Leserbriefe, die Straßeninterviews im TV, die Beiträge in Bürgerdiskussionen und die Äußerungen an diversen Stammtischen der letzten Jahre, dann hat man einen Eindruck, wie sich diese Gruppe der Nichtwähler zusammensetzt. Nicht nur aus Rechtsextremen, die sich offen bekennen, sondern zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Menschen, die diese Art von Politik schon seit Jahren abstößt.

Man fragt sich, was genau noch geschehen muß, um zu erreichen, daß in den etablierten Parteien diejenigen aufstehen und sich zu Wort melden, die verstanden haben, daß sie mit ihrer Machtsicherungspolitik es sind, die die AfD und ihre widerlichen Steigbügelhalter fettgefüttert haben? Oder geht es evtl. gar nicht um Sachfragen? Haben wir es mit einem Systemversagen zu tun, dessen Ausmaße wir noch gar nicht absehen können? Müssen wir die AfD und ihre Spießgesellen tatsächlich erst im Bundestag erleiden, bis sich alle Beteiligten eines Besseren besinnen?

Hoffentlich ist es dann wenigstens ein heilsamer Schock. Die bisherigen aus Baden-Württemberg, Mecklenbug-Vorpommern und Berlin waren offenbar noch nicht heftig genug.

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Ein Kommentar zu Sie lernen es einfach nicht!

  1. Peter K. sagt:

    Zu Herrn Gabriel, eine andere Anrede fällt mir zu diesem Blatt im Winde der Politik nicht mehr ein, kann man nur sagen, der war noch nie wählbar. Leider macht er in Vereinigung mit dem Herr Gerhard Schröder die SPD im Bund weiter nicht mehr wählbar.
    Aber damit ich meine Stimme nicht verschenke, gibt es nur die einzige Möglichkeit, wenn auch mit schwerem Herzen (lieber wäre mir eine leider zu Tode getragene WASG) die Linke, aber nur im Bund.

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